Leben und Glück

               Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling.
               Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume
               gehören auch dazu.

                   Hans-Christian Andersen

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               Auf einer hübschen Blumenwiese,
               wie eine leichte Sommerbrise,

               flog ein Schmetterling vorbei.
               Er schillerte grün weiß und blau
               nun stellt er seinen Flug zur Schau:
               Das Flattern seiner sanften Schwinge
               ließ schöne Melodien erklingen.
               Er saugte schließlich aus der Mitte
               einer kleinen Margerite.
               Dann hob er ab, vom Wind verweht,
               ein kurzer Augenblick vergeht.     
                   Roland Rübe

   Wir suchen das Glück in unserem Leben oftmals in Aufgaben und Tätigkeiten, die
   uns Spaß machen, die Lust bereiten oder die uns Vorteile, Status, Geld etc. bringen.
   Doch wo finden wir das "wahre Glück"? Für mich ist es in erster Linie zu beziehen
   aus einer tiefen inneren Zufriedenheit, aus Demut und Dankbarkeit, aus einem Leben
   im Hier und Jetzt, aus dem "carpe diem". 

               Glück ist wie ein Schmetterling.
               Will man es einfangen, so entwischt es einem immer wieder.
               Doch wenn du geduldig abwartest, lässt es sich vielleicht
               auch von selbst auf deiner Hand nieder.
               Nathaniel Hawthorne

   Gibt es das "große Glück"? Ich meine, dass es dieses Glück auch gibt, resultierend aus
   einem Lebensscript, das es gut mit uns und unseren Liebsten meint, das Unbekümmertheit
   und Sorgenfreiheit entstehen lässt.
   Spätestens wenn man etwas Liebes verloren hat, durch Krankheit im Leben eingeschränkt
   ist oder in schwierige Lebenslagen gerät, baut sich das "große Glück" ab, langsam, stetig,
   oft auch plötzlich.
   Man darf aber mit der Zuversicht in die Zukunft schauen, dass sich aus den vielen kleinen
   Glücksmomenten auch "ein schöner Haufen Glück" entwickeln kann. 

               So muss man leben!

               Immer die kleinen Freuden aufpicken,
               bis das große Glück kommt.
               Und wenn es nicht kommt,
               dann hat man wenigstens
               die kleinen Glücke gehabt.
               Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller

   "Einander zum Leben einladen", das ist die Botschaft eines alten Vermächtnisses
   aus Mexiko, das Pfarrer Johannes Kuhn ausgegraben hat.

                Einander_zum_Leben_einladen.pdf

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   No risk no fun


   Die folgenden Zeilen befassen sich mit einem der Geheimnisse des Lebens, etwas zu
   riskieren. Wenn wir es für uns entdecken, und sorgsam und verantwortungsbewusst
   damit umgehen, dann steckt darin die große Chance, für uns im Innersten "frei" zu sein.

               Riskieren macht frei


               Wer lacht, riskiert lächerlich zu erscheinen.
               Wer weint riskiert sentimental zu erscheinen.
               Wer sich einem anderen nähert, riskiert verwickelt zu werden.
               Wer Gefühle zeigt, riskiert sein wahres Selbst zu enthüllen.
               Wir seine Ideen und Träume vor die Menge bringt, riskiert deren Verlust.

               Wer liebt, riskiert nicht zurückgeliebt zu werden.

               Wer lebt, riskiert den Tod. Wer hofft, riskiert Verzweiflung.

               Wer versucht, riskiert zu versagen.
    
               Aber das Risiko muss eingegangen werden, denn die größte Gefahr im Leben
               ist nichts zu riskieren. Der Mensch, der nichts riskiert, tut nichts, hat nichts
               und ist nichts. Er vermeidet vielleicht Leiden und Trauer, aber er kann ganz
               einfach nicht lernen, fühlen, sich ändern, wachsen, lieben, leben. In den Fesseln
               seiner Gewissheit ist er ein Sklave und hat die Freiheit aufgegeben.

               Nur der Mensch, der riskiert, ist frei. 
               Quelle unbekannt
 
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   Was ist Glück?

   Clemens Brentano, ein deutscher Schriftsteller, verfasste dieses Gedicht über "Glück":

               Glück ist gar nicht mal so selten,
               Glück wird überall beschert,
               viele kann als Glück uns gelten,

               was das Leben uns so lehrt.

               Glück ist jeder neue Morgen,
               Glück ist bunte Blumenpracht.
               Glück sind Tage ohne Sorgen,
               Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

               Glück ist Regen, wenn es heiß ist,

               Glück ist Sonne nach dem Guss.
               Glück ist, wenn ein Kind Eis isst.
               Glück ist auch ein lieber Gruß.

               Glück ist Wärme, wenn es kalt ist,
               Glück ist weißer Meeresstrand,
               Glück ist Ruhe, die im Wald ist,
               Glück ist eines Freundes Hand.

               Glück ist eine stille Stunde,

               Glück ist auch ein gutes Buch,
               Glück ist Spaß in froher Runde,

               Glück ist freundlicher Besuch.

               Glück ist niemals ortsgebunden,
               Glück kennt keine Jahreszeit,
               Glück hat immer der gefunden,
               der sich seines Lebens freut.

    Wolken.JPG


   Gelassen sein - Loslassen

   Gelassen sein hat viel mit Loslassen zu tun im Sinne von "es sein lassen".
   Dazu ist es gut "sich zurücknehmen", d. h. seine Erwartungen und Bedürfnisse
   zurückzustellen. 
  
               Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück.
               Buddha

  
Dabei geht es auch um die Achtsamkeit für sich selbst; Gelassenheit ist ein Teil der
   "achtsamen Selbstführung".
   Wenn ich loslasse, verliere ich es nicht, ich halte nur mich, meine Bedürfnisse zurück
   und lasse etwas selbstständig reifen, sich entwickeln.
   Oder ich lasse etwas Belastendes, Verletzendes los und lege es in dem Geschichtsbuch
   meines Lebens ab, das zugeklappt ist, das ich aber immer wieder aufschlagen kann,
   wenn mir danach ist. 


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   Wenn wir loslassen, dann verzichten und verabschieden wir uns von etwas oder jemand.
   Wir geben es frei, damit es seinene eigenen Weg gehen kann.
  
               Und unabhängig lebt er und an nichts in der Welt haftet er ...
                   Siddharta Gautama (Buddha)


   Loslassen heißt, Vergangenes in im Raum der Erinnerungen abzustellen oder es in die
   Geschichtsbücher
einzutragen. Dann haben wir es noch bei uns, es ist konserviert,
   aber es ist nicht mehr ständig präsent. U
nd wir können es jederzeit wieder zu uns holen.
  
   Loslassen hat auch damit zu tun, das eigene Leben zu "entschleunigen" und zu
   "entkomplizieren".
Das geschieht in erster Linie durch "Verzicht", durch Verzichten
   auf Konsum, den Kauf eines
iridisches Gutes, auf einen Vorteil, auf eine Information,
   auf einen zeitlichen Vorsprung.
   Und es
geschieht durch "Vereinfachung", durch Vereinfachen der Lebensweise und
   den irdischen Gütern,
die speziell für uns Verbraucher zu immer neuesten, noch mehr
   verfeinerten, leistungsfähigeren
Produkten gemacht und als solche so beworben werden. 
  
   Deshalb bedenke stets: Bei allem haben wir, hast du die Wahl!


   Nicht verzagen!

   Als ich aus dem Nachlass meiner Eltern ein Buch durchgegangen bin, habe ich einen
   Zettel gefunden, der diese handschriftlichen Notizen meines Vaters enthielt

               Wenn dich Gott verlässt, dein Hort,
               und du im Unglück willst verzagen,
               so denkt an Kaiser Friedrich's Wort:
               Lern Leiden ohne zu klagen!

   Diese knappen Worte beschreiben sehr treffen, um was es geht:
            
              Nicht verzagen, nicht klagen ... weitermachen!

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   Glück und Freiheit

   Schmetterlinge wirken, wenn sie durch die Lüfte schaukeln oder gleiten, so unbekümmert,
   so frei.
Ist das das wahre Glück? Oder sind es die Handlungen und Erlebnisse, welche jeder
   Mensch für sich
selbst als Momente des Glücks definiert?

               Und auch mir, der ich dem Leben gut bin,
               scheinen Schmetterlinge und Seifenblasen
               und was ihrer Art unter Menschen ist,
               am meisten vom Glücke zu wissen.
                   aus "Also sprach Zarathustra" von Friedrich Nietzsche


   Ich wünsch dir Glück ...

               Das Glück ist wie ein Schmetterling:
               Wenn wir ihm nachjagen, flattert er davon.
               Wenn wir ihm aber Zeit lassen und einfach nur bereit sind, 
               lässt er sich auf unserer Schulter nieder.