LEBEN UND GLÜCK


     Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling.
     Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu.
        Hans-Christian Andersen

Wir suchen das Glück in unserem Leben oftmals in Aufgaben und Tätigkeiten, die
uns Spaß machen, die Lust bereiten oder die uns Vorteile, Status, Geld etc. bringen.
Doch wo finden wir das "wahre Glück"? Für mich ist es in erster Linie zu beziehen
aus einer tiefen inneren Zufriedenheit, aus Demut und Dankbarkeit, aus einem Leben
im Hier und Jetzt, aus dem "carpe diem". 

Gibt es das "große Glück"? Ich meine, dass es dieses Glück auch gibt, resultierend
aus
einem Lebensscript, das es gut mit uns und unseren Liebsten meint, das
Unbekümmertheit
und Sorgenfreiheit entstehen lässt.
Spätestens wenn man etwas Liebgewonnenes verloren hat, durch Krankheit im Leben
eingeschränkt
ist oder in schwierige Lebenslagen gerät, baut sich das "große Glück"
ab, langsam, stetig,
oft auch plötzlich.
Man darf aber mit der Zuversicht in die Zukunft schauen, dass sich aus den vielen
kleinen
Glücksmomenten auch "ein schöner Haufen Glück" entwickeln kann, so wie es
Theodor Fontane beschreibt: 


     So muss man leben!

     Immer die kleinen Freuden aufpicken, bis das große Glück kommt.
     Und wenn es nicht kommt, dann hat man wenigstens die kleinen Glücke gehabt.

"Einander zum Leben einladen", das ist die Botschaft eines alten Vermächtnisses
aus Mexiko, das Pfarrer Johannes Kuhn ausgegraben hat.

                Einander_zum_Leben_einladen.pdf

                       Lissi_+_Sonnenaufgang.JPG

Clemens Brentano, ein deutscher Schriftsteller, verfasste dieses Gedicht
über das alles, was "Glück" ausmachen kann: 


                  Glück ist gar nicht mal so selten,
                  Glück wird überall bescher, 
                  viele kann als Glück uns gelten,

                  was das Leben uns so lehrt.

                  Glück ist jeder neue Morgen,
                  Glück ist bunte Blumenpracht.
                  Glück sind Tage ohne Sorgen,
                  Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

                  Glück ist Regen, wenn es heiß ist,

                  Glück ist Sonne nach dem Guss.
                  Glück ist, wenn ein Kind Eis isst.
                  Glück ist auch ein lieber Gruß.

                  Glück ist Wärme, wenn es kalt ist,
                  Glück ist weißer Meeresstrand,
                  Glück ist Ruhe, die im Wald ist,
                  Glück ist eines Freundes Hand.

                  Glück ist eine stille Stunde,

                  Glück ist auch ein gutes Buch, 
                  Glück ist Spaß in froher Runde,

                  Glück ist freundlicher Besuch.

                  Glück ist niemals ortsgebunden,
                  Glück kennt keine Jahreszeit,
                  Glück hat immer der gefunden,
                  der sich seines Lebens freut.

                         Kaefer_aus_Kork.JPG


GLÜCK DURCH LOSLASSEN  

Gelassen sein hat viel mit Loslassen zu tun im Sinne von "es sein lassen". Dazu ist es
gut "sich zurücknehmen", d. h. seine Erwartungen und Bedürfnisse
zurückzustellen. 

  
     Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück.
        Siddharta Gautama (Buddha)

Dabei geht es auch um die Achtsamkeit für sich selbst; Gelassenheit ist ein Teil der
"achtsamen Selbstführung" und der "Selbstfürsorge".
Wenn ich loslasse, verliere ich es nicht, ich halte nur mich, meine Bedürfnisse zurück
und lasse etwas selbstständig reifen, sich entwickeln.
Oder ich lasse etwas Belastendes, Verletzendes los und lege es in dem Geschichtsbuch
meines Lebens ab, das zugeklappt ist, das ich aber immer wieder aufschlagen kann,
wenn mir danach ist. 

Wenn wir loslassen, dann verzichten und verabschieden wir uns von etwas oder jemand.
Wir geben es frei, damit es seinene eigenen Weg gehen kann.
  
     Und unabhängig lebt er und an nichts in der Welt haftet er ...
        Siddharta Gautama (Buddha)


Loslassen heißt, Vergangenes in im Raum der Erinnerungen abzustellen oder es in die
Geschichtsbücher
einzutragen. Dann haben wir es noch bei uns, es ist konserviert,
aber es ist nicht mehr ständig präsent. U
nd wir können es jederzeit wieder zu uns holen.
Loslassen hat auch damit zu tun, das eigene Leben zu "entschleunigen" und zu
"entkomplizieren". Das geschieht in erster Linie durch "Verzicht", durch Verzichten
auf Konsum, den Kauf eines iridisches Gutes, auf einen Vorteil, auf eine Information,
auf einen zeitlichen Vorsprung.
Und es geschieht durch "Vereinfachung", durch Vereinfachen der Lebensweise und
den irdischen Gütern, die speziell für uns Verbraucher zu immer neuesten, noch mehr
verfeinerten, leistungsfähigeren
Produkten gemacht und als solche so beworben werden. 
Deshalb bedenke stets: Bei allem hast du die Wahl!


GLÜCK DURCH WEITERMACHEN

Als ich aus dem Nachlass meiner Eltern ein Buch durchgegangen bin, habe ich einen
Zettel gefunden, der diese handschriftlichen Notizen meines Vaters enthielt.

     Wenn dich Gott verlässt, dein Hort, und du im Unglück willst verzagen,
     so denkt an Kaiser Friedrich's Wort: Lern Leiden ohne zu klagen!

Diese Worte beschreiben, um was es geht:
Nicht verzagen, klagen ... weitermachen!

                         schnecke_auf_strasse.jpg    


FREIHEIT UND GLÜCK

Schmetterlinge wirken so unbekümmert, so frei, wenn sie durch die Lüfte gaukeln
oder sanft gleiten. 
Ist dies das wahre Glück? Oder sind es die Handlungen und
Erlebnisse, welche jeder Mensch für sich
selbst als Momente des Glücks definiert?


     Und auch mir, der ich dem Leben gut bin, scheinen Schmetterlinge und Seifenblasen
     und was ihrer Art unter Menschen ist, am meisten vom Glücke zu wissen.
        aus "Also sprach Zarathustra" von Friedrich Nietzsche

                              Kleiner_Falter.JPG

Ich wünsch dir, dass du dein Glück finden wirst.


                     Glück ist wie ein Schmetterling. 
                     Will man es einfangen, so entwischt es einem immer wieder. 
                     Doch wenn du geduldig abwartest, lässt es sich vielleicht 
                     auch von selbst auf deiner Hand nieder.
                                  Nathaniel Hawthorne